Ewigkeiten ist es her, ich getraue mich gar nicht, das Datum des letzten Eintrags anzuschauen. Nun habe ich meinem zweijährigen Traum todesmutig den Rücken gekehrt und trete ins Inferno: 34 Grad, Kaiseraugst/Aargau.

Ich muss zugeben, ich bin irritiert von dem vielen Grün, der flirrenden, windstillen Hitze. Mein Bruder singt wie eine Opernmaus, die Bäume sind gewachsen, die Tennishalle neben dem Haus ist Geschichte – es ist nicht nur abstrakte Zeit vergangen!
Langsam versuche ich ein Fazit zu bilden und bin ein wenig ratlos beim Schreiben des ERASMUS Berichts über diese 12 Monate. Zuviel und zuwenig, was interessiert wohl jemanden zu lesen, der sich überlegt, nach Portugal oder sonstwo an den Rand des Tellers zu fahren? Ich will ja auch nichts verraten. Oder doch? Seltsamerweise kommen einem viele Macken und Ticks des Landes in den Sinn – noch vor den Qualitäten. Doch es sind genau diese Ecken und Kanten, die einen so langen Austausch schlussendlich auch so reich und interessant machen.
Die letzten Wochen waren geprägt von Abgabenstress (dem einzigen während einem ganzen Jahr, aber der schlimmste meines Lebens da Uniabgabe, abgelaufene Vektorworkslizenz und EUROPAN gleichzeitig), dem Stierkampf am Nationalfeiertag (unglaublich, ein Spektakel..), einem 2-Tages-Trip an die Algarve, schönen Sonnen&Wind-Tagen am Porto-Stadt-Strand, Fischessen, Fischessen, Fischessen, Chinesischessen, Indischessen (ich werde die nächsten 12 Monate auf Diät sein) und der manchmal auftauchenden Zweifel ob die neu gewonnene Heimat NUN WIRKLICH verlassen werden sollte. Jetzt habe ich ein gespaltenes Herz – wohl für immer! Was für ein Gefühl, diese neue Kultur und Sprache plötzlich ein Teil von sich zu nennen! Ich glaube, diesen Teil streiche ich aus dem Bericht, wir wollen ja nicht sentimental sein – vor allem nicht vor dem Drachen im International Office. Ein guter Tipp für zukünftige Erasmüsler: Bei Spezialwünschen à la „ich will unbedingt nach Porto, bitte sagen Sie mir wie ich das anstelle?!“ bitte Vorsicht mit ebengenannter Bürostute.
Wer sich also für weitere Details meines Privat- und Öffentlichkeitslebens interessiert, fühle sich hiermit frei mich ab dieser Tage wieder in helvetischen Ländereien aufzusuchen. Ich werde mich vermutlich noch ein wenig frustriert und geniert vergraben und überfahren fühlen von der Schweizer Präzision (ein Jahr beispielhafte Unpünktlichkeit geht schlussendlich auch an meiner Wenigkeit nicht spurlos vorbei) aber für Friedensangebote oder Bluttauschen bin ich jederzeit zu haben.
Insofern Até logo, es hat mich gefreut, ich hoffe man hat sich unterhalten, jetzt gilts ernst: ab in die letzte Runde in Zürich!!
–> auf Facebook findet sich ausserdem ab Bald ein visuelles Update der Ereignisse
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João Moura na Tourada Junho 10, Santarém Portugal






…Antiga, mui nobre, sempre leal e invicta cidade do Porto…











