*beziehungsweise: Wann wirds denn bitte Winter..
zum läse bitte Jorge Palma, „Os demitidos“/“Di Entlassene“ laufe lo
..seit Oktober warte ich hier nun auf den prophezeiten eiskalten und regnerischen Winter. Bisher ist aber alles was eingetroffen ist ein prächtiges Herbstwetter, Blätter in allen Farben und T-Shirttage mit blitzblauem Himmel. „Verao de Sao Martinho“, etwa zu übersetzen mit Altweibersommer – mit dem Unterschied zur Schweiz, dass diese Jahreszeit hier tatsächlich existiert. Nicht nur Jahreszeiten haben wir hier eine mehr, auch Mahlzeiten: nämlich 4 am Tag. Man kann sich vorstellen was das für meine guten Ernährungsvorsätze zu bedeuten hat.
Es ist ja nun schon einige Tage her seit meinem letzten Eintrag, drum häufen sich hinter meiner Stirne momentan Dinge, die ich gerne mitteilen würde. Ich werd mich also kurzhalten und auf das neue Bondfilmkonzept umsteigen: Episoden (schlechter Anfang, schlechtes Ende, ein Haufen Specialeffects und eine lückenhafte Story).
1. der Morgen: Missverständnis.
Ich wollte grade zum Mittagessen abzischen und liess mein gesamtes Inventar auf meinem Arbeitstisch im „Torre F“ liegen. „To“ (Antonio) rief mich darauf zurück „Nao queres levar o teo rato??“ Was?? Meine Ratte mitnehmen?? Flavia bricht spontan in einen Lachanfall aus: Auf Portugiesisch heisst die Computermaus Ratte?? Naja, nach grossem Hin und Her stellt sich dann heraus, dass Rato auf Portugiesisch Maus und nicht Ratte heisst. *öööööööh* man hat sich wiedermal bewährt…
2. der Tag: Leben auf dem Land.
Was die meisten von uns von Portugal kennen ist die Küste. Das ist nicht nur eine Tatsache der Zeit billigfliegender Easys, Ryans und schnelllebigem Sädtetourismus. Über diese Struktur entschieden schon die Römer, als sie Portugal zu einem der Kornspeicher des Imperiums machten. (Der Ursprung Portugals liegt ausserdem direkt hier zu meinen Füssen: Porto liegt auf dem damaligen Gebiet der beiden römischen Städte „Portus“ und „Cale“.)
Die Reise ins Landesinnere, insbesondere in den bewaldeten Norden, gleicht einer Zeitreise. Dörfchen reiht sich an Dörfchen, über dutzende Kilometer Kopfsteinpflaster rattert unser Auto Richtung Barcelos und Viana do Castelo. (Die Autobahn meiden wir absichtlich.) Barcelos ist eine mittelalterliche Gründung und verfügt noch weitgehend über die damaligen Strukturen: Eine Brücke mit Zollkontrolle (leider fiel ein Grossteil der Brückenbebauung 1755 dem gleichen Erdbeben zum Opfer wie die gesamte Innenstadt Lissabons http://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_von_Lissabon), die alte Kirche – nicht viel mehr als ein bescheidenes Steinhaus mit einem Kreuz über dem Giebel – und das Haus des Grafen bzw. Stadthalters. Die Strassen sind supereng: Mehr als ein Pferd passt kaum zwischen den schiefen Häuserfluchten hindurch. Der Hauptplatz wird dominiert von einem gewaltigen Pranger – einem Stück Baukultur, das fast in jeder Kleinstadt die wir passieren erschreckend präsent ist…
Weiter gehts zu Lauras Eltern- und Grosselternhaus. Lauras Mutter hat 12 Geschwister (die schlussendlich alle studiert haben!!) und ist hier aufgewachsen. Wir betreten das Grundstück über die selbstbenannte „Rampa do Paraiso“ (Rampe ins Paradies). Haus und Scheunen sind wie gewachsen aus dem fruchtbaren Boden: Unter dem Erdgeschoss befindet sich der Kuhstall (mit der Wärme der Tiere heizten sie die Wohnräume der 15köpfigen Familie), daneben Bienenhaus, Werkstatt, Weinkeller, Gemüsegarten, Obstgarten mit Zitronen, Orangen und Limonen. Dutzende mal bleibe ich stehen, muss zurückgehen: Ist das nicht Peterli?? Weihrauch?? Kürbisse, Reben, Kohl, Salat, Nussbäume und Ungezähltes das wir nicht übersetzen können. Auf dem Panorama rechts sichtbar der riesige Waschtrog, der von den Kindern als Swimmingpool genutzt wurde. Im Dachboden endet unser Reisli bis auf Weiteres: Auf allen Vieren erkunden wir die verstaubten Verstecke aus Lauras Kindheit…
3. die Nacht: Party.
Party in der Schule? Hier könnte sich unsere Architektura mal ein Beispiel nehmen! Unsere Studentenassoziation organisiert neben den allmonatlichen stattfindenden Parties auch Verkaufsaktionen für Selbstdesignetes, Diskussionsforen, Sportliches und kleine Reisen. Der Studentenausweis ist sogar cooler als der echte der Uni.
Diese Woche tanzten wir zu 1-Eurobier, gratis Steak mit Brötli bei herrlichem Sommerwetter bis zu Vorlesungsbeginn am nächsten Morgen….
DANçAS DO MUNDO FAUP NOV08 (Filmli zum luege):
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PS – Ich weiss jetzt, warum wir in der Mensa jeden Tag Reis essen: In der Nähe von Lissabon gibts den Gerüchten zufolge ein riesiges Feuchtgebiet, in welchem im grossen Stil Reis angebaut wird. Ihr glaubts nicht? Ich auch nicht!








