
PORTO-PORTO-PORTO-PORTO-POOOOOOORTO!*
März 25, 2009
*oder „o mundo imperfeito“ anedotas de um velho veleiro
oder auch einfach mal Porto, wie immer schrecklich politisch (und) inkorrekt.
Hino oficial do FC Porto
„Oh campeão, o teu passado
É um livro de honra de vitórias sem igual
O teu brasão abençoado
Tem no teu Porto mais um arco triunfal
Porto, Porto, Porto, Porto
Porto, Porto, Porto, Porto
Porto, Porto!!“
Hat mich damals jemand gefragt, warum ich nach Portugal reisen will wusste ich keine Antwort. Fragt mich heute jemand dieselbe Frage, weiss ich es immer noch nicht, und die Anwort lautet vielmehr: um es herauszufinden!
Am Montag habe ich eine unglaubliche Bekanntschaft gemacht. Eine portugiesische Prominenz – wenn ich sage portugiesisch, natürlich nord-portugiesisch. Ein alter Segler – velho veleiro. Per Zufall Fotograf geworden. Per Zufall berühmt geworden. Aber wenn ich es nicht gewusst hätte, ich hätte es nie erraten.
Ich möchte gar nicht versuchen, ein Gespräch über Sextanten, Dreieckssegel, Meermonster und schöne Frauen zu transkribieren – aber vielleicht mag man sich über ein paar Auszüge amüsieren. Statements wie sie nur möglich sind hier am Rande von Europa, vom Land, das eigentlich schon am Boden liegt und sich deshalb ab und zu auchmal leisten kann, dahin zurückgeworfen zu werden….
…Antiga, mui nobre, sempre leal e invicta cidade do Porto…
(alte, so edle, immer gerechte und unbesiegte Stadt Porto)
„Ich bin mir völlig sicher, dass, man unmöglich mehr als 14 Jahre mit der gleichen Frau glücklich zusammen sein kann. Heute bin ich 73 und zum dritten Mal verheiratet. Als 17jähriger war ich in Belgien zum Austausch. Ich verbrachte dort ein Jahr und hatte das schönste Mädchen der Stadt. Marie-Julie war 15. Ich wohnte im Haus einer mittelalterlichen Witwe, liebenswürdig, fürsorglich, der beste Ort um von da aus Belgiens Herzen zu erobern. Als ich nach einem Jahr zum Abschied meiner Lady die Hand reichte, versicherte sie mir, dass ich jederzeit zu ihr eine offene Tür und ein freies Bett haben würde. Das einzige, was ich mir nie und nimmer (mehr) erlauben dürfe, sei Mädchenbesuch. Mit 22 war ich Vater von 4 Kindern. Die Familie ist das grösste portugiesische Kapital.“
„-Sie haben ein Boot?
-Ja.
-Eins mit Segel?
-Ja natürlich, ein Boot hat immer ein Segel!!“
„Ich bin durch und durch Demokrat. Die einzigen Ausnahmen mache ich erstens: bei der Jagd, die sollte verboten werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind natürlich meine Freunde und ich. und zweitens, bei Fussball. Selbst wenn Benfica gegen Afghanistan antreten würde: ich würde Afghanistan unterstützen!“
„…das Schönste an Portugal sind die Azoren.“
[Anmerkung der Redaktion: LAUT HUST! >> http://maps.google.ch/maps?hl=de&tab=wl]
„Jeder Leuchtturm hat einen anderen Leuchtcode. 3mal in 15 Sekunden, das ist Boanova.“
„Als Afonso Dom Henriques mit seiner Flotte nach Portugal zurückkehrt, trifft er zuerst auf Lissabon. Oupa! In welcher Stadt sind wir denn hier?! In Lissabon, Mann. A-haaa. Als nächstes erreichen die Schiffe die Kais von Coimbra. Oupa! Und heute, wo sind wir heute gelandet?? In Coimbra, Mann. Ach soooo… Die Flotte segelt nun weiter und kaum nehmen diese Hügelzüge, diese Felsen und schwarzen Häuser Form an ruft Afonso Henriques voller Entzücken und mit einem zärtlichen Lachen des Wiedererkennens …OOOOOlha OOOPPPOOOOOORTOOO!!!“
„Bis auf die 30 Jahre Herrschaft von Dom Manuel im 16. Jahrhundert hatte Portugal durchgehend Krise. Nur weils in den letzten 10, 15 Jahren ein bisschen bergauf ging, haben wir uns noch nicht an die Federbetten gewöhnt…. Betrachtet man also die Mehrzeit als Referenz, kennt Portugal (auch heute) gar keine Krise.“

Street Art? oder hatte da einfach jemand die Krise…*
(dokumentiert im März 2009, Rua Nossa Senhora de Fatima, Oporto)
*weder noch. Neben dran wird gerade ein Haus renoviert und die Lavabos dienen dazu, die kampfparkierenden portugiesischen Autofahrer fernzuhalten ![]()